Karwendeldurchquerung

Wenn an klaren Herbsttagen der Föhn über die Berge weht, scheint das Karwendel Gebirge nur Minuten von München entfernt. In Wirklichkeit ist es jedoch die extrem trockene Luft, die zu solchen Vorstellungen führt.

An solchen Tagen sind viele Naturliebhaber aus den Großstädten versucht, sofort aus ihren Büros zu flüchten, um in den einsamen und zerklüfteten Bergen der nördlichen Alpen zu wandern.

Durch das Karwendel führen keine Straßen, da der ganze Gebirgszug in Deutschland und Österreich als Naturschutzgebiet erklärt wurde. Ein zum Alpenverein gehöriges Hüttennetz bietet jedem Wanderer köstliche hausgemachte Mahlzeiten in gemütlicher Atmosphäre. Viele der Hütten bestehen schon seit über 70 Jahren und stecken voller Geschichte. Sämtliche Berghütten liegen in traumhafter Landschaft oberhalb der Baumgrenze.

Die Alpen bieten ein Zuhause für eine Vielzahl von Tieren. Gams, Rotwild, Adler, Fuchs und Steinbock streifen frei in der Natur herum und in höheren Regionen begleiten den Wanderer die Pfiffe der Murmeltiere. Während der kurzen Sommermonate weiden die Kühe und Schafe auf der Alm. Ein besonderer Hochgenuß ist ein Glas frischer Milch nach einer anstrengenden Wandertour.

Programmablauf

1.Tag: Anreise nach Scharnitz
Wir treffen uns im Gasthof Risserhof in Scharnitz, wo uns um 19:00 Uhr der Wanderführer von HAGEN ALPIN TOURS an der Rezeption begrüßt. Bevor wir gemeinsam zu Abend essen, erklärt uns der Wanderführer den Ablauf der Wanderwoche.

2.Tag: Zum Karwendelhaus
Gepäckstücke, die wir nicht während unserer Wanderwoche benötigen, können wir in der Pension zurücklassen. Über den sanft ansteigenden Jägersteig gelangen wir zur Vereinsalm (1.450 m). Eine idyllisch gelegene Hütte umgeben von saftigen Kuhwiesen. Nach einem herzhaften Mittagessen setzten wir unseren Weg Richtung Bärenalpl (1.800 m) fort. Oberhalb der Baumgrenze wird der Fels zunehmend zerklüfteter. Auf dem Bärenalpl wurde um 1880 der letzte Bär erschossen (jedoch kommen sie heutzutage wieder zurück). Ambitionierte Wanderer können auf den Bärenalplkopf (2.325 m) hinaufsteigen. Der Rest der Gruppe genießt das traumhafte Bergpanorama. Die letzte Etappe zum Karwendelhaus ist eben und einfach zu gehen. Die Lage des vor uns auftauchenden Hauses ist spektakulär. In einer Höhe von 1.765 m bietet sich uns eine traumhafte Fernsicht über die einsame Bergwelt. Das Karwendelhaus ist unsere Unterkunft für 2 Nächte.

Gehzeit: 5 Stunden (mit Bärenalpkopf 6-7 Std.)
Höhenunterschied: ↑ 900 m / ↓ 100 m (mit Bärenalpkopf ↑ 1.400 m / ↓ 600 m)

3.Tag: Auf die Birkkarspitze (2.749 m)
Eine besondere Herausforderung ist die Besteigung des höchsten Berges im Karwendel. Ein schmaler Pfad bringt uns im Zickzack an bizarren Felshängen vorbei, unserem Ziel immer ein Stück näher. Zum Schluss ist es felsig und luftig und wir nehmen die Hände zur Hilfe. Am Gipfel werden wir jedoch für unsere Mühen mit einer traumhaften Sicht über die Zugspitze, Stubai, Ötztal, Zillertal und die entferntesten Gipfel des Karwendels belohnt. In aller Ruhe lassen wir die Eindrücke auf uns wirken und genießen diese Aussichtskanzel.

Gehzeit: 5 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 1.000 m / ↓ 1.000 m

4.Tag: Zur Falkenhütte
Über blühende Alpenwiesen steigen wir zur Ladizalm (1.573 m) ab. Von dort müssen wir noch ca. 300 Höhenmeter überwinden bis wir zur Falkenhütte (1.846 m) gelangen. Bei einem leckeren Mittagessen können wir uns in gemütlicher Atmosphäre von unserem Aufstieg erholen. Dieser außergewöhnlich schöne Ort lädt dazu ein, einfach nur die Seele baumeln zu lassen oder Kletterer in der fast 1.000 Meter senkrechten Lalidererwand zu beobachten. Wer an diesem Tag immer noch genügend Energie hat, kann auf einem schönen Pfad zum Steinfalk (2.340 m) hinaufsteigen. Der Weg dauert hin und zurück ca. 3 Stunden. Einige Stellen erfordern jedoch schon sehr gute Trittsicherheit.

Gehzeit: 3 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 400 m / ↓ 50 m

5.Tag: Zur Lamsenjochhütte
Auf unserer heutigen Wanderung gelangen wir zur uralten aber gut restaurierten Engalm. Sie liegt auf einem der berühmtesten Plätze in den Alpen, dem sogenannten Ahornboden. Dies ist ein traumhaftes Tal mit unzähligen, bis zu 2.000 Jahre alten Ahornbäumen. Im Herbst liegt ein unglaubliches Farbenspiel über diesem Tal. Von überall her bewundern Wanderer diesen Ort, so dass wir schon bald das Gefühl verspüren, den vielen Touristen aus dem Weg zu gehen. Über ruhige Pfade gelangen wir zur Lamsenjochhütte (1.953 m), unserem heutigen Quartier für die Nacht.

Gehzeit: 5 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 700 m / ↓ 50 m

6.Tag: Aussichtsgipfel Lamsenspitze
Ein spektakulärer Aufstieg mit atemberaubender Aussicht bringt uns zur Lamsenspitze auf 2.508 m Höhe. Am Gipfel erwartet uns eine phantastische Fernsicht, an die wir noch lange denken werden. Tiefe Schluchten wechseln sich mit steilen Felswänden und sonnigen Gebirgskämmen ab. Ein wirklich prachtvoller Anblick. Am frühen Abend erreichen wir wieder unsere Hütte. Dort können wir noch einmal in aller Ruhe den Blick über die herrliche Bergwelt gleiten lassen.

Gehzeit: 5 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 600 m / ↓ 600 m

7.Tag: Ins Inntal und zurück nach Scharnitz
Beeindruckt von der Bergwelt steigen wir zur Stallenalm (1.345 m) ab. Hier können wir noch einmal ein zünftiges Mittagessen genießen. Frisch gestärkt gehen wir die letzten Meter zum Bahnhof, wo schon der Zug auf uns wartet. Während der einstündigen Fahrt über Innsbruck nach Scharnitz können wir noch einmal stolz „unsere“ Berge bestaunen. Am Abend erwartet uns ein köstliches Abschiedsmenü, in einer der rustikalen Wirtshäuser. Unterkunft in unserer Pension.

Gehzeit: 3-4 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 0 m / ↓ 1.400 m

8.Tag: Heimreise in Eigenregie
Nach einer erfüllten und erlebnisreichen Wanderwoche heisst es nun Abschied nehmen von den Bergen. Die Heimreise erfolgt in Eigenregie.
Wichtiger Hinweis: Es kann jederzeit zu wetterbedingten Änderungen im Tourenverlauf kommen!

Lizumer Huette

Unterkunft

Beispiel: Lizumer Hütte

  • Hütten (Gemeinschaftslager, Mehrbettzimmer),
  • Gasthof(Doppelzimmer/ Dusche oder Etagenduschen)

Leistungen

  • 2 Übernachtungen im Gasthof im Doppelzimmer mit Frühstück
  • 5 Übernachtungen in Hütten im Lager mit Halbpension
  • Bahnfahrt von Hall nach Scharnitz
  • Qualifizierter Wanderführer von Hagen Alpin Tours
  • Wanderurkunde

Nicht inbegriffen

  • An- und Abreise bis/von Scharnitz
  • Nicht aufgeführte Mahlzeiten, Getränke
  • Trinkgelder
  • Persönliche Ausgaben etc.

Gruppengröße

Für private Gruppen ab 6 Personen.

Ausrüstungsliste

  • 1 Trekkingrucksack ca. 40 – 50 Liter Volumen (der Rucksack sollte nicht mehr als 10 kg wiegen)
  • Personalausweis
  • Bargeld in Euro, EC-Karte
  • 1 Paar gut eingelaufene Wanderschuhe mit guter Profilsohle (die Schuhe müssen über die Knöchel hinausreichen)
  • 2 Paar Wandersocken
  • Paar Sport- oder Turnschuhe oder Sandalen
  • Hüttenschlafsack (oder Leintuch)
  • 1 Anorak, wind- und wasserdicht mit Kapuze (am besten aus Goretex)
  • 1 Regenüberhose
  • 1 Pullover/Jacke
  • 1 lange Hose
  • 1 kurze Hose zum Wandern
  • 1-2 Hemden, T-Shirts
  • 1 Garnitur lange Unterwäsche
  • 1 Wasserflasche mit mindestens 1 l Fassungsvermögen
  • Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme, Lippenschutz
  • Fotoausrüstung, Fernglas (denken Sie daran, dass Sie diese auch tragen müssen)
  • Taschenmesser, Taschenlampe, Batterien
  • Notverpflegung z.B. Schokolade, Traubenzucker
  • persönliche Medikamente
  • Wanderstöcke als Gehhilfe (Empfehlung)
  • Waschbeutel und Handtuch
  • Badehose/-anzug
  • Mütze, Handschuhe

Anforderungen/Voraussetzung

Gesunde körperliche Verfassung, sehr gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ausdauer für Tagesetappen von 5 Stunden reiner Gehzeit und Höhenunterschiede bis zu 1.000 m im Aufstieg und bis zu 1.400 m im Abstieg. Es gibt auch felsige Passagen und seilversicherte Strecken, bei denen die Hände zu Hilfe genommen werden müssen und alpine Erfahrung notwendig ist. Der Rucksack sollte nicht mehr als 8-10 kg wiegen.

Klima

Das Klima der Alpen ist wechselhaft. Es kann in den begangenen Höhen bei Schlechtwettereinbruch in jedem Monat des Jahres schneien (jedoch bleibt der Schnee im Sommer natürlich nicht lange liegen). Rechnen Sie mit heißen, sonnigen Tagen ebenso wie mit frischem Wind und Regenschauern. Sonnen- und Regenschutz, Mütze und Handschuhe gehören auf alle Fälle mit ins Gepäck.