Watzmannbesteigung

Groß und mächtig – schicksalsträchtig... so beginnt das Lied von Wolfgang Ambros über den Watzmann und eine seiner Sagen. Tatsächlich: Der Watzmann thront förmlich über dem Berchtesgadener Land.

Kaum eine Bergkulisse ist so sagenumwoben wie das Watzmannmassiv. Seine Ostwand als höchste Wand der Ostalpen ist Herausforderung zahlreicher Alpinisten. Der Königssee inspirierte Maler und Dichter durch seine einzigartige Lage und die einmalige Kulisse. Die "Übergossene Alm" mit der Sage ihrer Entstehung, das "Steinerne Meer" mit dem kältesten Ort Deutschlands, der Hohe Göll über dem Kehlsteinhaus. Wir lernen die verschiedensten Facetten dieser einmaligen Region Nationalpark Berchtesgaden mit ihren Märchen und Sagen, ihrer wilden und romantischen Natur und ihrer ganz eigenen Geschichte und Kultur kennen.

Unsere Wanderführer Marion und Carsten stammen aus dem Allgäuer Gebirgsdorf Mittelberg. Carsten war als Gebirgsjäger in Berchtesgaden stationiert. Sonst mit der Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran, dem Berliner Höhenweg im Zillertal oder in den Dolomiten im Rosengarten unterwegs, wollen die beiden Bekanntheit und Einsamkeit einer weltbekannten Gebirgsregion erleben lassen.

Programmablauf

1.Tag: Ankunft in Schönau am Königsee
Individuelle Anreise nach Schönau bei Berchtesgaden. Schönau liegt auf ca. 600 m Höhe, ist nur wenige Kilometer von der Metropole Salzburg entfernt und liegt paradiesisch inmitten eines riesigen Talkessels direkt am See umrahmt von gewaltigen Gebirgsmassiven. Sowohl mit der Bahn als auch mit dem Auto ist Schönau gut zu erreichen. Mit dem Zug fahren Sie ca. 8 Stunden von Düsseldorf über München zum Bahnhof Berchtesgaden, mit dem Auto von Frankfurt ca. 5 Stunden (Autobahn München-Salzburg A8, Ausfahrt Bad Reichenhall). Am Abend um 19.00 Uhr begrüßen uns unsere Wanderführer Marion und Carsten. Nach einer kurzen Einweisung in den Ablauf der Wanderwoche gehen wir gemeinsam zum Abendessen.

2.Tag: Aufstieg zum Watzmannhaus
Nach unserem letzten stärkenden Frühstück in der Zivilisation fahren wir schon früh an das Ufer des Königssees. Noch herrscht Stille am Anleger vor dem Tagestourismus. Wir besteigen eines der ersten ablegenden Elektroboote, das fast lautlos auf der Wasseroberfläche dahin gleitet. Wenn wir Glück haben, erwischen wir noch eines der alten, ersten Holzboote, die seit 1920 den See befahren. An der berühmten Echowand werden wir Zeuge eines Naturschauspiels, wenn das Echo des Trompeters mehrere Male von den steilen Wänden widerhallt. Bis zu sieben Mal kann bei Böllerschüssen das Echo gehört werden. Bald landen wir bei der idyllischen Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Fuße der gewaltigen Watzmann-Ostwand an. Nun ruft der Berg! Über den Rinnkendlsteig geht es direkt über dem See höher und höher bis wir den Aussichtspunkt Achenkanzel erreichen. Unter uns nun der tiefblaue Königssee, am Horizont erheben sich die gewaltigen Felsmassive des Steinernen Meeres mit ihrer markantesten Gipfelpyramide, der Schönfeldspitze. Zur Kührointhütte ist es nun nur noch ein Katzensprung. Die Brotzeit wartet. Gestärkt steigen wir danach zum Watzmannhaus auf, um auf dessen herrlichen Bergwiesen die Abendsonne und die traumhaften Ausblicke über das Berchtesgadener Land zu genießen.

Gehzeit: ca. 5-6 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 1300 m / ↓ 0 m

3.Tag: Watzmannbesteigung
Ist uns der Watzmann wohlgesonnen? Nur wenn die Bedingungen gut sind, können wir die Besteigung des Hochecks, Vorgipfel des Watzmannmassivs, wagen. Wir lassen unseren großen Rucksack am Watzmannhaus und schnüren einen kleinen Tagesrucksack. Wer möchte, lässt den Tag ruhig angehen, schläft aus und wartet auf den saftigen Wiesen um die Hütte herum auf die Rückkehr der Gipfelstürmer. Diese erwartet eine kurze, mit Drahtseilen gesicherte Passage, die Schwindelfreiheit und einen sicheren Tritt voraussetzt. Das Berchtesgadener Land und der Nationalpark Berchtesgaden liegen uns zu Füssen. 2.000 m unter uns in Falllinie liegt der Königssee. Wir kehren zum Watzmannhaus zurück und nehmen eine stärkende Brotzeit zu uns. Der Abstieg führt uns ins Wimbachgriestal. Ein riesiges, mondähnlich vertrocknetes Bachbett und ein mit wunderschönem Kiefernwald bedeckter Talgrund begleiten uns auf unserem Weg zur Wimbachgrieshütte. In der Abendsonne vor der Hütte lassen wir den langen aber eindrucksvollen Tag Revue passieren.

Gehzeit: ca. 4-5 Stunden (mit Gipfelbesteigung 8 – 9 Stunden)
Höhenunterschied: ↑ 500 m / ↓ 1.100 m (mit Gipfel ↑ 1.300 m / ↓ 1.900 m)

4.Tag: Wimbachgrieshütte - Ingolstädter Haus
Heute tauchen wir ein ins Steinerne Meer. Erst führt der Weg im Talboden sanft empor, bald aber naht der erste Anstieg zur verfallenen Trischübel Alm. In den Hundstodgruben wird es immer felsiger und einsamer. Das ist die Welt von Gemse, Steinbock und dem Steinadler. Am Hundstodgatterl eröffnet sich uns ein faszinierender Blick auf das wilde und karstige Steinerne Meer. Kein Wunder, dass in dieser Landschaft Sagen und Legenden nur so sprießen. Nach einem felsigen und steinigen Abstieg erscheint das Ingolstädter Haus am Horizont. Wer noch Lust und Laune hat, macht sich mit dem Wanderführer auf zur Besteigung des großen Hundstod. Wenn sich am Abend das Steinerne Meer mit Nebel füllt, dann beginnt die Zeit der Brockengespenster. Die Geheimnisse deren Existenz klären wir in der gemütlichen Gaststube bei einem deftigen Abendessen.

Gehzeit: ca. 5-6 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 1.000 m / ↓ 200 m

5.Tag: Zum Kärlinger Haus
Ein abwechslungsreicher Tag steht uns bevor. Auf dem Eichstätter Höhenweg bahnen wir uns den Weg durch ein unglaubliches Labyrinth aus Felsen. Auf und ab, kreuz und quer geht es durch das Herz des riesigen Steinernen Meeres. Herrliche Ausblicke auf die Felsmassive von Watzmann, Großem Hundstod und Schönfeldspitze begleiten unseren Weg. Am Riemannhaus machen wir Mittagspause. Von hier aus wandern wir abwärts und tauchen schon bald ein ins saftige Grün von Latschen, Zirben, Lärchen und Wiesen. Wir entdecken den violetten Enzian, aus dem früher hier noch der feine Schnaps gebrannt wurde. Unglaublich nach dem schroffen Fels der letzten Tage nun dieses Idyll am Ufer des Funtensees. Aber Vorsicht – hier werden im Winter die tiefsten Temperaturen in Deutschland gemessen, bis zu -45°C! Die heutige Nacht verbringen wir im alten Kärlinger Haus.

Gehzeit: ca. 5-6 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 300 m / ↓ 800 m

6.Tag: Von der Wasseralm zur Gotzenalm
Schnell verlassen wir die viel begangene Strecke zur Saugasse hinab zum Königsee und finden auf einem schmalen Pfad einen Weg durchs Pflanzendickicht. Unser steiler Abstieg führt uns am Grünsee vorbei nun wieder hinauf zum Schwarzsee, der uns an eine sagenhafte Märchenwelt erinnert. Weiter geht es zum Halsköpfl, das uns fantastische Ausblicke über den Königsee zurück nach St. Bartholomä bietet. Schließlich erreichen wir die Wasseralm, ein gemütliches und rustikales Kleinod mitten auf einer Waldlichtung gelegen. Auch der Wirt ist ein echtes Original. Nach einer Rast queren wir oberhalb des Röthsteigs am Wildtörl vorbei hinüber zum Landtal, das wir durch dichten Bergwald erklimmen. Nachdem wir die verfallene Landtalalm passiert haben, öffnet sich das Gelände wieder und bald schwenkt der Weg hinaus zum offenen Wiesengelände rund um die malerisch gelegene Gotzenalm, unserem heutigen Nachtquartier. Der Watzmann grüßt von der anderen Talseite herüber.

Gehzeit: ca. 7-8 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 700 m / ↓ 700 m

7.Tag: Zum Carl-von-Stahl-Haus
Der Morgentau empfängt uns auf den Wiesen vor der Hütte. Die Luft ist klar und frisch. Zuerst steigen wir hinab zur Seeaualm und schließlich über den Stiergraben bergaufwärts zum idyllischen Seeleinsee. Das Felsgelände hat uns wieder und wir erklimmen bald die Windscharte auf Kammniveau. Der Blick öffnet sich wieder, Hagengebirge und Hochkönig mit der übergossenen Alm erscheinen am Horizont. Ein wunderschöner Panoramaweg führt uns zum Schneibstein, einem eindrucksvollen Aussichtsgipfel. Wir nähern uns wieder der Zivilisation und treffen auf die ersten Tageswanderer vom Jenner. Unser Übernachtungsziel, das Carl-von-Stahl-Haus, rückt in greifbare Nähe, über einen mühsamen Abstieg erreichen wir die Hütte und genießen die Abendsonne auf der Terrasse.

Gehzeit: ca. 6-7 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 850 m / ↓ 800 m

8.Tag: Auf den Gipfel des Hohen Göll
Unser letzter Gipfelsturm naht. Nur mit unserem Tagesrucksack führt ein einfacher Weg zuerst zum Hohen Brett und von dort zum Hohen Göll auf 2.522 m. Aug in Aug zum gewaltigen Watzmann auf der anderen Talseite können wir uns von den uns in dieser Woche lieb gewonnenen Berggipfeln verabschieden. Von hier überblicken wir besonders gut den riesigen Talkessel des Berchtesgadener Landes – mit dem bekannten Untersberg in Richtung Salzburg oder die interessante Felsformation der schlafenden Hexe vor Bad Reichenhall. Wir beginnen unseren letzten Abstieg der Reise. Mit unseren großen Rucksäcken verlassen wir das Stahlhaus nach einer stärkenden Brotzeit und erklimmen den Jenner mit seiner Bergstation. Die Sesselbahn bringt uns Kraft sparend hinunter nach Königssee, wo sich der große Bogen schließt. Im bereits bekannten Gasthof feiern wir gebührend die Erlebnisse und Eindrücke der vergangenen Woche.

Gehzeit: ca. 6-7 Stunden
Höhenunterschied: ↑ 900 m / ↓ 800 m

9. Tag: Heimreise
Nach dem Frühstück Heimreise in Eigenregie oder Verlängerung.
Wichtiger Hinweis: Es kann jederzeit zu wetterbedingten Änderungen im Tourenverlauf kommen!

Termine & Preise

Frei wählbar, Preise auf Anfrage

Unterkunft

Hütten (Gemeinschaftslager, Mehrbettzimmer), Gasthof***(Doppelzimmer/ Dusche WC)

Leistungen

  • 2 Nächte im 3* Gasthof in Schönau im DZ mit Dusche/ WC mit Frühstück
  • 6 Nächte in Hütten im Lager/ Mehrbettzimmer mit Halbpension
  • Bootsfahrt, Seilbahnfahrt, Transfers laut Programm
  • Wanderurkunde
  • Qualifizierte Wanderführer von Hagen Alpin Tours

Gruppengröße

Für private Gruppen ab 6 Personen.

Ausrüstungsliste

  • 1 Wanderrucksack ca. 40 – 50 Liter Volumen
  • Personalausweis
  • Bargeld in Euro, EC-Karte
  • 1 Paar gut eingelaufene Wanderschuhe mit guter Profilsohle (die Schuhe müssen über die Knöchel hinausreichen)
  • 2 Paar Wandersocken
  • 1 Paar Sport- oder Turnschuhe oder Sandalen
  • Hüttenschlafsack (Leintuch)
  • 1 Anorak, wind- und wasserdicht mit Kapuze (am besten aus Goretex)
  • 1 Regenüberhose
  • 1 Pullover/Jacke
  • 1 lange Trekkinghose
  • 1 kurze Hose zum Wandern
  • 1-2 Hemden, T-Shirts
  • 1 Garnitur lange Unterwäsche
  • 1 Wasserflasche mit mindestens 1 l Fassungsvermögen
  • Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme, Lippenschutz
  • Fotoausrüstung, Fernglas (denken Sie daran, dass Sie diese auch tragen müssen)
  • Taschenmesser, Taschenlampe, Batterien
  • Notverpflegung z.B. Schokolade, Traubenzucker
  • persönliche Medikamente
  • Wanderstöcke (Empfehlung)
  • Waschbeutel und Handtuch
  • Badehose/-anzug (Empfehlung)
  • Mütze, Handschuhe

Anforderungen/Voraussetzungen

Gesunde körperliche Verfassung, sehr gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ausdauer für Tagesetappen zwischen 4 und 7 Stunden reiner Gehzeit und Höhenunterschiede bis zu 1.300 m im Aufstieg und im Abstieg (bei Watzmannbesteigung - 1.900 m im Abstieg!). Es gibt auch felsige Passagen, die Trittsicherheit und alpine Erfahrung erfordern. Der Rucksack sollte nicht mehr als 8-10 kg wiegen.

Klima

Das Klima der Alpen ist wechselhaft. Es kann in den begangenen Höhen bei Schlechtwettereinbruch in jedem Monat des Jahres schneien (jedoch bleibt der Schnee im Sommer natürlich nicht lange liegen). Rechnen Sie mit heißen, sonnigen Tagen ebenso wie mit frischem Wind und Regenschauern. Sonnen- und Regenschutz, Mütze und Handschuhe gehören auf alle Fälle mit ins Gepäck.

froh und munter
froh und munter
Gruppenfoto
Gruppenfoto
wie aus dem Bilderbuch
wie aus dem Bilderbuch
oben angekommen!
oben angekommen!
gut festhalten!
gut festhalten!
Immer schön der Reihe nach!
Immer schön der Reihe nach!
eine tolle Aussicht!
eine tolle Aussicht!
Berchtesgaden
Berchtesgaden